Heizkörper wird nicht warm

Zwei Ursachen erklären die meisten Fälle — und beide können Sie in wenigen Minuten selbst prüfen, bevor Sie einen Handwerker brauchen.

Ursache 1
Luft im Heizkörper

Typisches Zeichen: Der Heizkörper gluckert, wird unten warm und bleibt oben kalt.

1.Thermostat ganz aufdrehen und einige Minuten warten.
2.Gefäß und ein Tuch unter das Entlüftungsventil halten — das ist die kleine Vierkantöffnung an der Seite gegenüber dem Thermostat.
3.Mit dem Entlüftungsschlüssel vorsichtig öffnen, bis Luft entweicht.
4.Sobald gleichmäßig Wasser austritt, wieder schließen. Fertig.

Sie haben keinen Entlüftungsschlüssel? Ihr Hausmeister hilft Ihnen dabei.

Ursache 2
Festsitzender Thermostatstift

Typisches Zeichen: Der Heizkörper bleibt komplett kalt, obwohl das Thermostat aufgedreht ist — häufig nach dem Sommer, wenn das Ventil lange nicht bewegt wurde.

1.Überwurfmutter lösen und den Thermostatkopf abziehen.
2.Darunter sitzt ein kleiner Metallstift. Er lässt sich normalerweise leicht eindrücken und federt zurück.
3.Sitzt er fest: mit leichten Schlägen — etwa mit dem Griff einer Zange — wieder gängig machen und mehrfach bewegen. Nicht mit Gewalt, der Stift bricht sonst ab.
4.Thermostatkopf wieder aufsetzen und festschrauben.

Ventil zugedreht — und trotzdem Heizkosten?

Das wirkt widersprüchlich, hat aber einen technischen Grund. Elektronische Heizkostenverteiler erfassen die Wärme, die ein Heizkörper an den Raum abgibt. Abgegeben wird Wärme immer dann, wenn die Oberfläche wärmer ist als die Luft im Zimmer — auch bei geschlossenem Ventil, etwa durch die warme Steigleitung.

Geräte beginnen deshalb erst zu zählen, wenn die Heizkörperoberfläche mindestens 23 Grad warm und zugleich mindestens 4 Grad wärmer als die Raumluft ist:

HeizkörperRaumluftErfassung
22 Grad18 Gradnein
24 Grad22 Gradnein
24 Grad18 Gradja

Ab 31 Grad Oberflächentemperatur wird in jedem Fall erfasst; in den Sommermonaten Juni bis August liegt diese Schwelle bei 40 Grad. Erscheint der gemessene Raumwert unplausibel hoch, rechnet das Gerät mit konstant 21 Grad — so lässt sich die Erfassung von außen nicht beeinflussen. Diese Schwellenwerte gehen auf ein Gutachten des Hermann-Rietschel-Instituts der TU Berlin für das Bundesbauministerium zurück und stehen heute in den europäischen Normen.

Hat nichts geholfen?

Dann liegt es nicht an Luft oder Thermostat. Melden Sie uns den Heizkörper — am besten mit einem Foto des Typenschilds und der Angabe, in welchem Raum er sich befindet.